Die Wyckoff-Fibel09
Lektion 09 Anwendung Interaktiv
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Lektion 09 · Anwendung

Ursache & Wirkung.

Wie weit wird der Markt laufen? Wyckoffs zweites Gesetz gibt eine messbare Antwort: Die Breite der Trading Range — die aufgebaute Ursache — bestimmt das Ausmaß der Bewegung. Mit dem Point-&-Figure-Count wird daraus ein konkretes Kursziel.

Lesedauer11 Min.
NiveauFortgeschritten
InteraktivCount-Rechner
Abb. 1 · Breite Ursache → hohes Ziel
horizontal zählen
00Die Idee

Horizontal zählen, vertikal projizieren.

Anders als bei klassischen Chartmustern misst Wyckoff das Ziel nicht an der Höhe, sondern an der Breite der Range. Die Logik: Je länger akkumuliert wurde, desto mehr Material liegt für den kommenden Trend bereit. Gezählt wird mit dem Point-&-Figure-Chart, der Zeit ausblendet und nur Kursbewegung in Spalten festhält.

Der Count

Man zählt die Anzahl der besetzten Spalten in der Range auf einer wichtigen Zähllinie. Diese Anzahl wird mit der Boxgröße und dem Reversal multipliziert — das ergibt die projizierte Strecke. Vom Punkt des Ausbruchs (bzw. vom Tief der Range) nach oben abgetragen, erhält man das Kursziel.

Ziel = Zählpreis + (Spalten × Boxgröße × Reversal). In der Praxis nimmt man ein konservatives und ein optimistisches Ziel — als Zone, nicht als Punkt.

01Count-Rechner

Bauen Sie die Ursache auf.

Verbreitern Sie die Range und verschieben Sie das Tief. Das projizierte Kursziel wächst mit der Ursache — sehen Sie, wie aus Breite Höhe wird.

Range & projiziertes Ziel

P&F-Logik
Breite der Ursache (Spalten)12
Boxgröße (Punkte je Box)2

Projektion

3er-Reversal
  • Zählpreis (Range-Tief)Ausgangspunkt der Projektion
    100
  • CountSpalten × Box × Reversal
  • KurszielZählpreis + Count

+72 Punkte

Potenzial aus der Ursache

Merke: Das Ziel ist eine Zone, kein exakter Punkt. Eine breite, geduldig aufgebaute Range trägt weiter als ein schmaler, hektischer Boden — genau das besagt Ursache & Wirkung.

02Vorgehen

So zählen Sie in vier Schritten.

Der Count ist eine Schätzung, kein Versprechen — aber ein disziplinierter Rahmen für Erwartung und Risiko.

1
Zähllinie wählen

Meist die Reihe des Last Point of Support (LPS) bzw. der Phase, in der die Ursache abgeschlossen ist. Sie definiert, auf welcher Höhe gezählt wird.

2
Spalten zählen

Die Anzahl der besetzten Spalten über die gesamte Breite der Range auf der Zähllinie addieren — von rechts (Ausbruch) nach links.

3
Multiplizieren

Spalten × Boxgröße × Reversal (meist 3) ergibt die projizierte Strecke in Punkten.

4
Abtragen

Die Strecke vom Zählpreis nach oben (Akkumulation) bzw. nach unten (Distribution) abtragen. Konservativ vom Tief, optimistisch von der Zähllinie.

03Mitnehmen

Kursziele auf einen Blick.

Drei Gedanken zu Ursache & Wirkung.

01
Breite schlägt Höhe

Nicht die Tiefe der Range, sondern ihre Breite bestimmt das Ziel. Geduld baut Potenzial auf.

02
Count ist eine Zone

Arbeiten Sie mit einem konservativen und einem optimistischen Ziel — nie mit einem exakten Punkt.

03
Ziel rahmt das Risiko

Das projizierte Ziel im Verhältnis zum Stop liefert das Chancen-Risiko-Verhältnis — die Basis jeder Positionsgröße.

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Wyckoff in der Praxis